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Hast du heute schon gevorurteilt?


Kennt ihr das, wenn man, wie in meinem Fall, als Yogalehrerin angeschaut wird und belächelt wird, die Kräuterhexe, ach die mit ihren Tüchern und Räucherstäbchen? Sowas schon mal erlebt?


Ich wurde von manchen Menschen komisch angeschaut, als ich mich dazu entschlossen habe eine Ausbildung zur Yogalehrerin zu machen. Das ist auch heute noch so, wenn ich nach meinem Beruf gefragt werde. Es wurde gemunkelt, ob Susi jetzt voll auf der Esoschiene fährt und ab sofort nur noch Pluderhosen trägt und die Haare mit Henna färbt. Das war unangenehm, muss ich zugeben. Ich hatte hier natürlich auch noch nicht die notwendige Selbstsicherheit und dachte, mich für diesen Weg rechtfertigen zu müssen. Damit ist schon länger Schluss. Und im Übrigen, Pluderhosen oder Henna finde ich voll cool, Tattoos auch und ich lackiere mir sogar die Fußnägel, trage gerne Lippenstift und besuche Festivals, wo coole Bands wie die Fanta Vier oder Red Hot Chilli Peppers auftreten und trinke dabei Mojito.


Ich habe mich für diesen Weg entschieden und es gab bisher keinen Augenblick wo ich es bereut hätte. Trotz Tücher, Räucherstäbchen o.ä. – Was ich alles gar nicht schlimm finde – bin ich mir treu geblieben, bin immer noch die Susi, die die meisten kennen, nur das ich nicht mehr in der IT-/ Finanzbranche arbeite, sondern Yogalehrerin und Coach bin. Ich hatte keine Sinnkrisen oder psychischen Probleme, die mich auf diesen Weg gebracht haben und selbst wenn es so gewesen wäre, wäre es richtig und gut gewesen. Ich habe lediglich meinen Horizont erweitert und das ist doch was sehr Schönes.


Ich finde diese Schubladen ganz fürchterlich, sie machen mich traurig. Hey, wir sind im Jahr 2016, es hat sich so viel weiterentwickelt, ist offener und toleranter geworden. Was soll das?


Jetzt bin ich auch noch Coach, oh Gott, was ist das denn für eine Kombi – Yogalehrerin und Coach? Was kann man bei der jetzt machen? Klangschalenspiele? Ausräucherungen? Meine Probleme wegsingen? Über meine vielen Seelen reden?

Nein, ich bin systemischer Coach, ich habe einen Koffer voller Werkzeug mit dem ich in der Lage bin, Klienten aus ihrem „Problem“ zu helfen. Ich bin nicht diejenige, die das Problem lösen wird, aber ich bin dazu da, einen Weg zusammen mit dem Klienten zu erarbeiten. Und wenn dabei eine kleine Meditation, schöne Musik oder Düfte helfen, warum nicht? Ich bin offen für Neues und versuche mich nicht irgendwelchen Erwartungen, Vorurteilen oder Beleidigungen hinzugeben.


Ich versuche in meiner Arbeit authentisch zu bleiben. Denn nur, wenn ich das Lebe, was ich liebe, kann ich es authentisch vermitteln. Und ganz wichtig dabei ist, dass ich es so lebe, wie es mir, meiner Person entspricht und guttut und nicht so, wie es andere von mir erwarten würden.


Erst dann bin ich in der Lage gut zu unterrichten oder ein guter Coach zu sein. Im Innen zu bleiben und mich nicht ausschließlich an dem Außen zu orientieren. Ich brauche das Außen natürlich genauso: Kritik, Ideen, Inspirationen. Ohne das, kann ich mich nicht weiterentwickeln. Aber ich muss meinen persönlichen Stil finden, der vielleicht nicht immer irgendwelchen Yogadogmen entspricht, sie aber auch nicht komplett bricht oder lächerlich macht. Ich finde z.B. nicht, dass man zwingend vegan leben muss um Yoga zu praktizieren, man sollte gut für sich sorgen, glücklich sein und mit einem rücksichtsvollen Auge seiner Umwelt begegnen. Ich maße mir auch nicht an, als Coach, Menschen mit psyschichen Problemen zu helfen, dazu bin ich nicht in der Lage, das ist nicht mein Auftrag und hierzu fehlt mir das notwendige Studium.

Ich sollte glücklich und zufrieden sein, mit dem was ich tue – Nur dann kann ich es authentisch transportieren!


Egal welche Leidenschaften oder Spezialitäten ihr habt, lasst euch nicht verunsichern – Probiert es einfach aus und seid dabei liebevoll zu euch selbst!

Eure Susi

#Leben #Achtsamkeit #Yoga #Coaching

Hello Moment. Yoga.